Faß Einbecker Brauhaus BierBierbrauen hat in Deutschland lange Tradition. Auch im niedersächsischen Einbeck wird seit dem Mittelalter der beliebte Gerstensaft hergestellt und exportiert. Die älteste noch vorhandene Rechnung über Einbecker Bier ist auf den 28. April 1378 datiert. Doch bis zur Gründung des Einbecker Brauhauses war es noch ein weiter Weg.

700 Brauherren in Einbeck im 14. Jahrhundert

Die Kunst des Bierbrauens geht bis auf die Jungsteinzeit zurück. Zumindest deuten dies Funde in der Tempelanlage Göbekli Tepe im heutigen Anatolien an. Vermutlich wussten schon unsere Altvorderen die berauschende Wirkung des Bieres zu schätzen, dennoch stehen ebenso gesundheitliche Aspekte im Vordergrund: Durch den Gärprozess werden viele Keime abgetötet, weshalb Bier in manchen Gegenden gefahrloser zu trinken war als Wasser. In Einbeck kam es im Mittelalter dazu, dass mehr als 700 sogenannte Vollbürger das Recht hatten, ihr Bier selbst herzustellen und die Produktion auch zu verkaufen. Der Rat der Stadt half dabei tatkräftig und vermarktete das Bier bis nach Amsterdam oder Reval im heutigen Estland.

Lob von höchster Stelle

Martin Luther erfreute sich gleichfalls des edlen Produkts aus Einbeck und lobte 1521 seinen hervorragenden Geschmack. Nicht auszuschließen, dass sich der gute Ruf des Bieres bis nach München verbreitet hatte, wo man sich anschickte, einen Einbecker Braumeister anzuwerben. Aufgrund sprachlicher Unterschiede zwischen Niedersachsen und Bayern entstand durch diesen Braumeister die heute als Bockbier bekannte Spezialität: Die Bezeichnung soll ursprünglich auf Einbeck zurückgehen.

1794 – ein geschichtsträchtiges Jahr für das Einbecker Brauhaus

Zum Ende des 18. Jahrhunderts verlieren sämtliche der mehr als 700 registrierten Brauherren in Einbeck das Einzelbraurecht. Anstelle dessen kommt es zur Gründung der »Städtischen Brauerei«, einer Gemeinschaftsbrauerei, die bis in die Gegenwart unter dem Namen Einbecker Brauhaus in aller Welt bekannt ist. Bald einigen sich die Brauherren auf eine einheitliche Flasche für die Abfüllung, die in nahezu unveränderter Form noch heute für die Herkunft des urtypischen Bieres bürgt.

Der Einzug in die Moderne

Das Gebäude der Einbecker Brauhaus AG1967 wird das Einbecker Bauhaus als Aktiengesellschaft eingetragen. Kurz darauf gelingt die Fusion mit der Schultheiss Brauerei in Berlin, später mit der Dortmunder Union. Bis zum heutigen Datum kommen noch das Göttinger Brauhaus sowie die Kasseler MARTINI Brauereibeteiligungs GmbH und die Privatbrauerei Härke hinzu. Insgesamt werden 13 Produkte unter dem Namen Einbeck angeboten, doch auch die eingegliederten Brauhäuser produzieren weiterhin unter ihrem ursprünglichen Namen. Im Geschäftsbericht 2013 kann das Einbecker Brauhaus 675.954 hl abgesetztes Bier angeben und 208.000 Euro Überschuss ausweisen. Im Durchschnitt beschäftige das Unternehmen dafür 152 Mitarbeiter.