Die Altägypter brauten vor 5.000 Jahren im heutigen Tel Aviv Bier

Bier Krug aus dem alten ÄqyptenIsraelische Archäologen haben im Herz von Tel Aviv zahlreiche Überreste alter Brauerei-Utensilien gefunden, die schon mehr als 5.000 Jahre alt sind und aus dem alten Ägypten stammen. Die Forscher sind der Meinung, dass es sich womöglich um einen nördlichen Hinweis für die ägyptische Existenz aus der Frühbronzezeit handele. Archäologen haben an der Ausgrabungsstelle insgesamt 17 Gruben entdeckt und erforscht, die aus der ersten Frühbronzezeit (3.500 bis 3.000 v. Chr.) stammen. In den Gruben seien damals landwirtschaftliche Produkte eingelagert worden. In den Gruben wurden Hunderte Tonscherben gefunden,  die für die ortsansässige Kultur typische gewesen seien. Unter anderem fanden die Forscher unter diesen Tonscherben einige Bruchstücke großer Keramikschalen, die zum einen aus dem ägyptischen Land stammen und zum anderen bei der Bierproduktion unabdingbar waren. Damit diese Gefäße genug fassen konnten, wurden die verwendeten Materialien mit organischen Stoffen verbunden, dass ergaben die Untersuchungen der Archäologen. Ein solches Verfahren mit dieser Materialzusammensetzung kannte man sonst nur aus Ägypten, jedoch nicht aus Tel Aviv. Dementsprechende Gefäße haben Archäologen als Beweis schon im ägyptischen Verwaltungsgebäude in En Besor gefunden.

Bislang war die ägyptische Existenz aus der Frühbronzezeit nur von der südlichen Küstenebene und von der nördlichen Negev-Wüste bekannt. Durch die Funde in Tel Aviv sind die Forscher sich darüber einig, dass die Ägypter auch in der heutigen Gegend von Tel Aviv gelebt haben müssen. Darüber hinaus ist weiter sicher, dass die alten Ägypter gerne Bier tranken.

Bier war das Nationalgetränk in Altägypten

Bier zählte im alten Ägypten zu den Grundnahrungsmitteln, galt als gesund, um nicht das das schmutzige Wasser trinken zu müssen. Es war nicht von Bedeutung, welches Alter, welches Geschlecht oder welchen gesellschaftlichen Status die Ägypter hatten – die gesamte Bevölkerung erfreute sich an dem Biergebräu. Inmitten des Nildeltas haben Archäologen weitere Überreste von Bierherstellern des 4. Jahrtausends v. Chr. gefunden, die beweisen, wie Bier früher wirklich hergestellt wurde. In erster Linie wurde eine Wasser-Gerste-Mischung fermentiert und in entsprechenden Gefäßen gefiltert. Die Ägypter haben zur damaligen Zeit fruchtige Biernoten bevorzugt. In dem Bier wurden unterschiedliche Fruchtkonzentrate beigemischt, um ein einzigartiges Aroma zu erzeugen.

Biergenuss bis zu sieben Liter pro Tag

Die Ägypter hatten Unmengen von Gründen, Bier herzustellen. Zum einen gab es in Altägypten zahlreiches Getreide und zum anderen war das Gebräu lagerfähiger als das Ausgangsprodukt selbst. Das Bier hatte jedoch kaum Alkohol. Der Genuss war viel gesünder als das stark verunreinigte Wasser, welches immer wieder zu Erkrankungen und Vergiftungen führte. Die umfangreiche Bierproduktion sorgte dafür, dass das Gebräu zum wichtigsten Grundnahrungsmittel für die Bewohner Altägyptens avancierte. Die Forscher in Tel Aviv sind sich sicher, dass die alten Ägypter täglich bis zu sieben Liter  Bier tranken – ob morgens, mittags, am Abend oder in der Nacht – die Tageszeit spielte dabei keine Rolle. Jeder Arbeiter bekam jeden Tag Brot zu essen und mehrere Liter Bier um seinen Durst zu stillen. Eine alte ägyptische Quelle bestätigt die Vermutung der Archäologen, dass die Menschen bis zu sieben Liter Bier am Tag zu sich genommen haben müssen.

Inzwischen sind die Ausgrabungen abgeschlossen und es entstehen neue Bürogebäude an der Grabungsstelle. Die archäologische Fundstätte war ursprünglich eine Entdeckung auf einer Baustelle. Nun werden die Forscher ihre Funde in ihren Laboren weiter untersuchen.